29. Oktober 2017

Erika-Tuning - Optimierung der Absaugung

Nachdem die eigene Werkstatt immer noch nicht in greifbare Nähe gerückt ist und inzwischen schon der 2. Winter seit meinem letzten Post vor der Tür steht, habe ich (mal wieder) zu einer drastischen Maßnahme gegriffen und mein Wohnzimmer erneut ein bisschen umdekoriert. Die Couch musste in die (Wohn)Küche weichen - allerdings steht sie da ehrlich gesagt sogar deutlich besser und wird deswegen auch nicht mehr zurückziehen. Dafür war nun Platz für den Frästisch und die Kreissäge im Wohn... ähhh Werkelzimmer. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Möglichkeit auch im Winter ohne großartige Einschränkungen meiner Leidenschaft fürs Holz nachzugehen und ohne große Räumaktionen auch mal eine halbe Stunde nach Feierabend werkeln zu können.
Wohnräume vertragen sich leider nach wie vor nicht sonderlich gut mit Holzstaub, weswegen meine Erika eine weitere Tuningaktion über sich ergehen lassen musste. Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass sich sehr viel Staub auf dem Boden unter der Säge und auf der Mechanik unter dem Sägetisch sammelt. Nach einer genauen Inspektion der Sägeblatteinhausung und ein paar Versuchen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es Öffnungen gibt, die teilweise in dieser Größe keinerlei Funktion haben und aus denen Späne während der Arbeit herausgeschleudert werden. Weiterhin reduzieren solche großen Öffnungen die Absaugleistung.

Sägeblatteinhausung der Erika - Vorderseite

Insgesamt gibt es 3 große Öffnungen auf der Vorder- und der Rückseite. Auf der Vorderseite den großen Spalt zwischen Einhausung und Tischplatte - die Rückseite liegt dicht an, den Zugang zur Sägewelle und auf der Rückseite eine Öffnung für den Verfahrweg der Sägewelle infolge der Sägeblatthöhenverstellung. Das Ziel der Optimierung ist die verbesserte Absaugleistung für ein senkrecht stehendes Sägeblatt. Nichtsdestotrotz soll die Neigungsverstellung des Sägeblattes und vor allem auch die Unterflurzugfunktion nicht beeinträchtigt werden.

Sägeblatteinhausung der Erika - Rückseite

Mein Ansatz sieht vor, den Spalt mittels einer Gummilippe zu verschließen, die aber trotzdem die nötige Flexibilität hat, damit das Sägeblatt weiterhin geneigt werden kann. Durch die Konstruktion der Säge liegt die Einhausung bei vollständig geneigtem Sägeblatt (48°) fast am Maschinentisch an.
Für die leichtere Montage der Gummilippe habe ich die Einhausung abgebaut. Dies erforderte deutlich mehr Aufwand, als ich gedacht habe. Es mussten etliche weitere Teile wie z.B. der Absaugkanal, die Abdeckung des Absaugkanals und der Absauganschluss auf der Rückseite der Säge demontiert werden.
Da ich mir nicht sicher war wie gut meine Idee funktioniert, habe ich eine reversible Befestigung der Gummilippe gewählt. Ich habe die Gummistreifen mit extrem starken doppelseitigem Klebeband und Schraubzwingen für den nötigen Anpressdruck befestigt. Durch die Plastiknase an der Absaughaube musste ich erst einmal 2 Lagen Gummi aufdoppeln.

Verklebung der Gummistreifen

Zum Abschluss habe ich einen passenden Streifen aufgebracht, der bei senkrechtem Sägeblatt dicht am Sägetisch anliegt und bei zunehmender Blattneigung am Tisch entlang rutscht und so die Neigung nicht behindert. Lediglich die Zugfunktion bei voller Blattneigung geht nun durch den Reibwiderstand des Gummis am Alutisch nicht mehr ganz so leichtgängig wie vorher.

Passender Gummistreifen auf der Vorderseite

Die Schmalseiten hinter dem Spaltkeil und vor dem Sägeblatt habe ich ebenfalls mit kleinen Gummistücken verschlossen.

3-seitiger Verschluss der gesamten Öffnung

Abschließend habe ich die modifizierte Einhausung wieder an meiner Erika montiert. Insgesamt bin ich mit meiner Lösung noch nicht ganz zufrieden. Besonders im Bereich vor dem Sägeblatt gibt es noch Potenzial. Unabhängig davon ist der Spanauswurf unter dem Sägetisch signifikant reduziert worden und auch die Absaugleistung auf dem Sägetisch ist gefühlt ein bisschen besser geworden.
Mir hat sich so auf jeden Fall die Möglichkeit eröffnet auch in der Wohnung mit der Kreissäge zu arbeiten, ohne im Anschluss überall die Späne und den Staub zu haben. Verdeckte Schnitte und besonders Schnitte, bei denen das Sägeblatt nicht vollständig im Material steckt, sind aber immer noch ein riesige Sauerei. Da liegt das Problem dann mehr bei der oberen Absaugung.

Verbesserte Untertischabsaugung meiner Erika




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