1. Mai 2014

Hirnholz - Untersetzer aus Ahorn

Nachdem die letzten beiden Artikel mit der klassischen Art des Holzwerkens eher weniger gemein hatten, stelle ich euch nun ein schnelles Projekt aus den Resten und Abschnitten eines größeren Projektes vor.
Die Wahl der Holzart fiel diesmal auf Ahorn, welchen ich wieder bei einem Holzwerker-Kollegen erstanden habe. Dazu aber mehr im nächsten Blogeintrag. Bei der Verarbeitung habe ich die braunen Kernteile der Bohlen ausgetrennt und auch ein paar breitere Streifen vom Besäumen sind übrig geblieben. Eigentlich fand ich das Holz zu schade, um es auf den Brennholzhaufen zu werfen, weswegen ich mich dazu entschieden habe ein paar Hirnholz-Untersetzer daraus herzustellen. Ich wollte das einfach einmal ausprobieren und habe deswegen kein besonderes Augenmerk auf die Sortierung der Lamellen oder die weitere Entfernung von Fehlerstellen gelegt. Kurz gesagt, so wie das Holz kam, ist es durch den Hobel und die Kreissäge gelaufen.

Nachdem ich das Kernholz aus den Bohlen ausgetrennt habe, ging es an die Hobelmaschine und die einzelnen Lamellen wurden zu einem rechteckigen Querschnitt gehobelt. Das hat den Vorteil, dass ich die langen Seiten nun miteinander verleimen kann und anschließend das ganze Paket noch einmal durch die Dickte jagen konnte. Das Ergebnis sollten dann perfekt quadratische Lamellen im fertigen Brett sein.

Aushobeln der einzelnen Lamellen

Im nächsten Schritt habe ich die Lamellen zu Brettern verleimt. An dieser Stelle hätte ich mir mehr Mühen geben sollen, um die einzelnen Lamellen zueinander auszurichten. Durch das Zwingen und die Gleiteigenschaften des Leims sind ein paar Abschnitte unbrauchbar geworden, da die Lamellen sich relativ zueinander zu weit verschoben haben. Aus der Lamellenanzahl der einzelnen Bretter ergeben sich später Untersetzer mit 4x4 und 5x5 "Feldern".

Verleimen der Ausgangsbretter

Auf dem nächsten Bild kann man sehr schön sehen, warum ich manche Abschnitte aus den Bohlen ausgetrennt habe. Ich persönlich mag vereinzelt solche wilden Stellen im Holz. Ob es nun Braunkern oder Äste sind, ich finde das hebt die Massivholz-Möbel von den furnierten Platten ab. Allerdings haben sich meine Eltern Holzflächen mit möglichst gleichmäßiger Maserung gewünscht. Für meine Untersetzer ergab das so eine interessante Mischung.

Fertige Ausgangsbretter

Optisch sollen sich meine Untersetzer aus vielen kleinen Würfeln zusammensetzen, sodass ich nun die zwei Bretter auf der Tischkreissäge quer zum Lammellenverlauf in Riegel aufgeschnitten habe. Die Breite der Riegel entspricht der Höhe bzw. Länge der kleinen Quadrate. Nachdem ein kleiner Berg Riegel vor mir lag, habe ich begonnen die Riegel um 90° auf die Hirnholz-Seite zu drehen und anschließend mit den unterschiedlichen Mustern und Kombinationsmöglichkeiten herumzuspielen. Sobald ich eine ansprechende Sortierung gefunden habe, bekamen jeder Riegel eine Markierung, damit es später kein Durcheinander gibt.

Sortierung der Riegel zu kleinen Untersetzern

Bei der nun folgenden Verleimung musste alles so genau wie möglich ausgerichtet sein, damit später die einzelnen Kanten-Linien der Quadrate alle in einer Linie liegen und nicht kleine Absätze bilden. Dafür habe ich die Riegel an den Kopfseiten mit weiteren Zwingen und Zulagen in Form gepresst. Außerdem sind alle 4x4 und 5x5 Untersetzer in einem Rutsch verleimt worden. Da die spätere Anwendung den Kontakt mit Wasser nicht ausschließt, wurde wasserfester Leim verwendet.

Abschließende Verleimung der Untersetzer

Für die Optik und das leichtere Aufheben von der Ablagefläche wurde ringsum eine Fase angefräst. Gleichzeitig ist so die Verletzungsgefahr an den scharfen (Hart-)Holzkanten gebannt und die Untersetzer wirken nicht mehr so "schwer". Gerade bei solchen Fräsarbeiten ist es empfehlenswert ein Opferbrett nachzuschieben, um so die Ausrissgefahr beim Austreten des Fräsers aus dem Material zu verringern.

Anfräsen einer Fase zur Entschärfung der Kanten

Zum Abschluss bekamen die Hirnholzflächen einen sorgfältigen Schliff bis Korn 400. Allerdings ist es mir nicht an allen Stellen geglückt die Kratzer aus der Fläche zu entfernen. Trotzdem war ich überrascht wie samtig sich das Holz anfühlt. Auf eine Oberflächenbehandlung habe ich bis jetzt verzichtet, da ich nicht weiß, wie Holzöl auf heiße Töpfe reagiert. Sollten die Untersetzer aber für Gläser, Flaschen oder Blumentöpfe verwendet werden, trage ich später noch eine Schicht Öl auf.

Insgesamt ein einfaches Projekt, welches aus nahezu allen Massivholzresten entstehen kann, sofern man keine gehobenen Ansprüche an die Optik legt. Mir gefällt die wilde Mischung aus Ästen, Verfärbungen und Jahresringen.

Die fertigen Untersetzer und ...

... die Oberfläche und Kante im Detail





1 Kommentar :

  1. Hallo Tobi,

    sieht Klasse aus. So etwas inspiriert mich immer so etwas auch zu tun. Vor allem Dinge aus Abfällen haben für mich den kleinen "Kick". Weil Bohlen kann Jeder kaufen :-) Aber sie dann restlos zu verwerten hat was.

    Gruß Andi

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