20. Mai 2013

Messerblock

Aus der restlichen Bohle Ahorn, die auch schon für meine Gewürzregale verwendet wurde, sollte noch ein weiteres Küchenutensil entstehen: Ein Messerblock. Im Laufe des Projektes war ich mehrfach kurz davor, den ganzen Haufen Ahorn zu verfeuern. Aber irgendwie hat dann der Trotz gesiegt und ich habe es durchgezogen. Wie ich finde kann er sich sogar sehen lassen. Ich hätte es zwischenzeitlich nicht für möglich gehalten, dass ein bisschen Holzkitt, Schleifen und dann abschließend das Öl alle kritischen Stellen so gut kaschiert.
Ziel des Baus war zum einen ein Messerblock zu haben und zum anderen die Erika noch einmal bei komplexeren Winkelschnitten auf Herz und Nieren zu testen. An den Schnitten ist es jedenfalls nicht gescheitert, sondern eher an meinem Unvermögen die Gehrungen dann auch ordentlich zu verleimen.

Offtopic: In den Foren tauchen öfter einmal die Genauigkeitsfragen zu Montagekreissägen auf. Ich habe just for fun mit der 5-Schnittmethode die Werkseinstellungen der Erika für rechtwinklige Schnitte am Anschlag kontrolliert. Das Ergebnis waren 0,75mm Abweichung nach 4 Schnitten. Umgerechnet entspricht das einem Fehler von 0,3mm / m bzw. einem Winkelfehler von 10^-4 Grad. Und das ist für mich genau genug.

Aber zurück zum Messerblock.......
Ich habe den Ahorn in schmale Leisten aufgetrennt und mit der Fräse an ein paar Leisten einen flachen breiten Falz eingefräst. Anschließend habe ich daraus ein Paket gemacht und probiert, ob meine Messer gut in die dadurch entstehenden Schlitze passen.

Kern des Messerblocks

Als nächstes habe ich immer kleine Leimholzbrettchen für die Ummantelung des Kerns hergestellt und auf Gehrung geschnitten. Eine besondere Herausforderung ist die vordere Abdeckung des Kerns, die ebenfalls umlaufend auf Gehrung geschnitten wurde. Die Schlitze habe ich von Hand ausgestemmt, da ich so einen dünnen Fräser nicht besitze. Im Nachhinein wäre es einfacher gewesen, erst einmal einen Teil des Materials mit einem Bohrer zu entfernen.

Der Kern mit seinem Mantel

Im nächsten Schritt habe ich den Mantel um den Kern geleimt, aber die Front noch offen gelassen, damit ich nicht noch 4 zusätzliche Leimfugen habe, um die ich mich kümmern muss. Dieser Vorgang hat mich, wie bereits geschrieben, fast dazu gebracht, den ganzen Klotz anzuzünden. Die Gehrungen passten absolut exakt zusammen, allerdings habe ich dabei nicht daran gedacht, dass der Leim auch minimal aufträgt, bzw. wenn man, wie ich, so viel Leim angibt, ein bisschen mehr als minimal. Um es kurz zu machen, ich habe die 4. Gehrung beim Verleimen einfach nicht dicht bekommen. Also habe ich alles noch einmal auseinander genommen, den Leim mit der Ziehklinge abgekratzt und dann nur sehr sparsam Leim angegeben. So konnte ich ein halbwegs zufriedenstellendes Ergebnis erzielen. Es gab nur ein paar kleine Spalten an zwei Kanten.
Der dreieckige Sockel ließ sich wider erwartend gut mit einer improvisierten Zwingenhalterung anleimen.

Lektion für die Zukunft: Bei solchen flächigen Verleimungen werde ich beim nächsten Mal ganz flache Nuten in die Leimfläche sägen, damit der überschüssige Leim sich irgendwo sammeln kann.

Verbindung des Sockels mit dem Block

Erster Blick auf den fast fertigen Klotz, nachdem ich die Kanten gespachtelt und alles bis Korn 240 geschliffen habe.

Warten auf die erste Ölung

Die Gelegenheit habe ich genutzt und gleich auch noch ein paar Stechbeitelhefte mit Öl eingelassen.

Der Messerblock direkt nach dem letzten Ölauftrag

Zum Abschluss durften die Messer endlich aus ihren Pappschachteln heraus und werden jetzt standesgemäß und ansprechend in meinem durch und durch massiven Ahorn-Messerblock aufbewahrt.

Bestückter Messerblock auf meiner Anrichte




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